Wenn Präventionsmassnahmen versagen und beim Monitoring gewisse Schwellenwert überschritten werden, ist aktives Handeln gefragt. Im modernen Vorratsschutz gibt es hierbei eine Reihe von unterschiedlichen Verfahren, die je nach Gut und Situation zur Anwendung kommen.
Verfahren zur Schädlingsbekämpfung
in der Übersicht
Die biologische Bekämpfung nutzt die natürlichen Feinde der Vorratsschädlinge. Diese Methode ist ideal für Bio-Betriebe, die Güter verarbeiten und längere Zeiten lagern, da sie keinerlei chemische Rückstände hinterlässt.
Lagererzwespen:
Zielorganismus: Primärschädlinge wie der Kornkäfer, die sich im Korn entwickeln.
Wirkweise: Die Wespe spürt die Käferlarve im Korn auf, lähmt sie und legt ihr eigenes Ei darauf ab. Die Wespenlarve frisst die Schädlingslarve auf.
Raubwanzen und Mehlwespchen:
Zielorganismus: Eier und Larven von Vorratsmotten.
Einsatz: Besonders effektiv in Bäckereien oder Mühlen, da sie aktiv nach Motteneiern suchen.
Vorteile:
Keine Resistenzbildung bei Schädlingen möglich.
Keine Wartezeiten nach der Anwendung.
Sicher für Anwender und Endverbraucher.
Diese Methoden basieren auf physikalischen Eingriffen in stark kontrollierten Lagerbedingungen. Obwohl technisch aufwändiger garantieren sie eine hochwertige, rückstandsfreie Ware.
Inertisierung mit Kohlendioxid oder Stickstoff:
Prinzip: Dem Lagergut wird in gasdichten Druckkammern oder speziellen Kunststoffbeuteln der Sauerstoff entzogen (Controlled Atmosphere).
Wirkung: Schädlinge ersticken oder trocknen aus. Hochdruck-CO2-Verfahren wirken innerhalb von Stunden, Niederdruckverfahren benötigen Tage bis Wochen.
Anwendung: Bio-Lebensmittel, Kräuter, Tee, Nüsse, etc.
Thermische Behandlung:
Hitze: Erwärmung des leeren Lagers oder des Produktes auf ca. 50–60 °C. Bei diesen Temperaturen denaturieren die Eiweiße der Insekten (Ei, Larve, Puppe, Imago).
Kälte: Kühlung des Lagerguts unter der für Insekten wichtigen Aktivitätsgrenze. Keine direkte Bekämpfung aber bei Kurzzeitlagerung über den Winter ein verharren des IST-Zustandes.
Für die chemische Bekämpfung von Schädlingen im Vorratsschutz sind eine Reihe von Produkten zugelassen, welche nur von geschulten Anwendern eingesetzt werden dürfen.
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Behandlung mit Phosphorwasserstoff:
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Einsatz: Standardverfahren weltweit für konventionelles Getreide in Flachlagern, Silos und auf Seeschiffen.
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Wirkung: Das Gas durchdringt das Getreide vollständig und kontrolliert dabei alle Entwicklungsstadien.
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Sicherheit: Erfordert zwingend eine professionelle Ausbildung mit Nachweisen. Nach der Behandlung muss eine Ausgasungszeit eingehalten werden, bis das Produkt wieder freigegeben wird.
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Vernebelung:
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Einsatz: Gegen fliegende Insekten im leeren Lagerraum.
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Wirkstoff: Meist natürliche Pyrethrine oder synthetische Pyrethroide.
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Problem: Wirkt oft nicht gegen versteckte Larven in Ritzen.
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Kontaktinsektizide:
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Einsatz: Sprühbehandlung von Böden und Wänden vor der Einlagerung, um ein Eindringen zu verhindern. Wenige Mittel sind auch für den Einsatz auf Getreidegut zugelassen.
- Wirkstoffe: Oft kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die lange aktiv bleiben und somit Rückstandproblematiken nach sich ziehen können.
- Problem: Rückstandsproblematik. Keine Tiefenwirkung.
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Ein oft unterschätztes Problem im chemischen Vorratsschutz ist die Resistenzbildung. Wenn immer derselbe Wirkstoff eingesetzt wird, können widerstandsfähige Exemplare überleben und eventuell ihre Resistenzen vererben.
Lösung: Wirkstoffrotation und Kombination mit physikalischen Methoden, um resistente Populationen zu brechen.
Die Vorratslagerung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in modernen Lieferketten.
Vorratsschutz beginnt bevor das erste Kilo Ware eingelagert wird: bei der Planung und Instandhaltung der Gebäudehülle.
Im modernen Vorratsschutz gibt es eine Reihe von unter-schiedlichen Verfahren - je nach Gut und Situation.
Probleme frühzeitig erkennen. Massnahmen gezielt einleiten.
Biologisch / Physikalisch vs. Chemisch
| Kriterium | Biologisch / Physikalisch | Chemisch |
| Wirkgeschwindigkeit | Langsam (Tage bis Wochen) | Schnell (Stunden bis Tage) |
| Rückstände | Rückstandsfrei | Grenzwerte beachten |
| Wirksamkeit | Niedrig (Nützlinge etablieren sich oft nicht) | Hoch (meist keine wiederholte Anwendung nötig) |
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