Dicht bauen. Sicher lagern.

Der effektivste Vorratsschutz beginnt lange bevor das erste Kilo Ware eingelagert wird: bei der Planung und Instandhaltung der Gebäudehülle. Bauliche Maßnahmen bilden das Fundament des Integrierten Vorratsschutzes. Das Ziel ist die sogenannte Hermetisierung – das Lager so dicht und unattraktiv wie möglich für Schädlinge zu gestalten.

Bauliche Maßnahmen im Überblick

Das Außenareal: Die erste Verteidigungslinie

Der Schutz beginnt auf dem Grundstück. Ein ungepflegtes Außenareal gibt Schädlingen die Möglichkeit sich ungehindert zu vermehren und sich weiter auszubreiten. Dadurch besteht ein höheres Risiko des Befalls auch im Inneren des Gebäudes.

  • Kiesstreifen: Ein ca. 50 cm breiter Kiesstreifen direkt an der Hauswand verhindert, dass Nager sich dort Deckung suchen oder Gänge graben. Zudem hält er Spritzwasser von der Fassade fern.

  • Vegetationskontrolle: Keine dichte Bepflanzung oder Bäume, deren Äste bis an das Gebäude reichen und damit Kletterhilfen für Ratten und Marder sind.

  • Müllmanagement: Container müssen geschlossen und in ausreichender Entfernung zu Lagertoren platziert werden.

Die Gebäudehülle: Wände, Böden und Dächer

Eine intakte Gebäudehülle ist maßgeblich zum Schutz der Güter. Selbst kleinste Risse nutzen Schädlinge, um ins Innere zu gelangen oder Eier abzulegen.

  • Böden und Wände:

    • Material: Einsatz von glattem, porenfreiem Beton oder Metallkonstruktionen. Raue Oberflächen bieten Haftung für Staub und Pilzsporen.

    • Rissmanagement: Risse und Spalten müssen sofort mit dauerelastischen Materialien verschlossen werden.

    • Wand-Boden-Anschluss: Vermeidung von rechten Winkeln. Der Einsatz von abgerundete Übergänge erleichtert die Reinigung und verhindert Schmutzecken, in denen sich Insektenlarven entwickeln können.

  • Dachkonstruktion:

    • Vögel nutzen Dachüberstände oft als Nistplatz. Dies kann durch geeignete Vogelabwehr Spikes verhindert werden. Die Unterseiten sollten so verkleidet sein, dass keine Auflageflächen für Nester entstehen.

    • Dachluken müssen ebenso dicht schließen wie Fenster.

Sicherung von Öffnungen

Öffnungen sind die kritischen Schwachstellen  eines jeden Lagers.

  • Tore und Türen:

    • Einsatz von Schnelllauftoren, um die Zeit, in der das Lager offen steht, zu minimieren.

    • Dichtlippen und Bürstenleisten: Selbst kleine Spalten unter Toren bieten auch größeren Schädlingen wie Mäusen die Möglichkeit einzudringen und müssen daher abgedichtet werden.

  • Fenster und Lichtkuppeln:

    • Sollten in Lagerräumen generell geschlossen bleiben oder nicht zu öffnen sein.

    • Falls Lüftung nötig ist: Installation von Insektenschutzgittern mit einer Maschenweite < 1,2 mm für Insekten oder stabile Metallgitter gegen Nager.

  • Lüftungssysteme:

    • Abluftöffnungen müssen gegen Einflug gesichert sein.

    • Systeme zur Überdruckerzeugung können verhindern, dass Insekten beim Öffnen von Türen hineingesogen werden.

Innenarchitektur und Lagerlayout: Vermeidung von Toträumen

Durch ein spezielles Hygiene Design im Innenbereich werden Versteckmöglichkeiten und schwer zu reinigende Zonen zu eliminiert.

  • Vermeidung von Hohlräumen: Doppelte Wände oder abgehängte Decken sind in Lagerräumen Risikofaktoren, da sie ideale Nistplätze für Nager bieten, die von außen nicht kontrollierbar sind.

  • Abstandsregeln: Regale und Paletten sollten nie direkt an der Wand stehen. Ein Inspektionsgang zwischen Wand und Lagergut ist zwingend erforderlich, um Fallen aufzustellen und Kontrollen durchzuführen.

  • Konstruktiver Kondenswasserschutz: Wärmebrücken müssen baulich isoliert werden, um Feuchtigkeitsniederschlag an den Innenwänden zu verhindern, der Schimmelwachstum begünstigt.

Nachrüstung im Bestand

Nicht immer ist ein Neubau möglich. Auch ältere Lagerkonstruktionen lassen sich baulich optimieren, wie z.B. durch folgende Maßnahmen:

  • Fugensanierung: Nachträgliches Verfugen von Bodenplatten.

  • Lichtquellen: Austausch von  Lampen mit starker UV-Strahlung gegen UV-arme LED-Beleuchtung im Außenbereich.

  • Schwellen: Installation von glatten Metallschwellen an Holztoren, um Nagerfraß zu verhindern.

Wir schützen das Wesentliche.

Checkliste: Bauliche Sicherheit

BereichPrüfpunktOK?
GebäudehülleSind alle Risse im Mauerwerk > 5mm verschlossen?
ToreIst bei geschlossenem Tor kein Lichtspalt am Boden sichtbar?
FensterSind alle zu öffnenden Fenster mit intakten Fliegengittern versehen?
DachSind Dachüberstände vogelsicher verkleidet?
InnenraumGibt es einen freien Inspektionsgang (50cm) an allen Wänden?
LeitungenSind Rohrdurchführungen durch Wände fest vermörtelt/abgedichtet?

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